ROSTOCK IN ZAHLEN

Jährlich präsentiert die kommunale Statistikstelle der Hanse- und Universitätsstadt Rostock allerlei Zahlenmaterial, das Aufschluss über die Wohn- und Lebensgewohnheiten der Rostocker Bevölkerung gibt. Dabei sind viele interessante Messergebnisse zu finden, die wir einmal näher unter die Lupe genommen haben.

Stadt der Rentner und Singles
Rostock wächst und das nun schon seit mehreren Jahren in Folge. Laut amtlicher Statistik zählt die Stadt momentan 209.085 (Stand 31.12.2018) Einwohner und könnte damit bis zum Jahresende noch die Marke von 210.000 Einwohnern knacken. So viele Einwohner hatte Rostock zuletzt 1997. Damit sind sie jedoch noch weit entfernt vom Höchststand, der 1988 mit 253.990 erreicht war. In der Folge ging es bis 2002 bis auf 198.259 steil bergab. Seitdem klettert die Einwohnerzahl allmählich wieder. Für 2025 sind 225.000 Einwohner prognostiziert. Zumindest wenn es bis dahin gelingt, Wohnraum für weitere 15.000 Rostocker zu errichten.
Von den Zugewanderten kommen 42 Prozent aus Mecklenburg-Vorpommern, womit sich Rostock weiterhin als der Leuchtturm des Landes darstellt, was die Bevölkerungsentwicklung angeht. Gleichzeitig fällt jedoch auf, dass vorrangig junge Alleinstehende und Senioren sich für ein Zuhause bei uns an der Ostsee entscheiden. Besteht Rostock etwa bald bloß noch aus jungen Singles und Rentnern? Zumindest geht die Entwicklung allmählich in diese Richtung. Allein seit 1990 hat sich die Generation 65plus in Rostock zahlenmäßig mehr als verdoppelt, womit inzwischen jeder vierte Einwohner dieser Gruppe angehört.

Diese Zahl liegt deutlich über dem Bundesschnitt, was einmal mehr für Rostock als Rentnerparadies an der Ostsee spricht Junge Menschen kommen dagegen häufig für die Berufsausbildung oder zum Studium nach Rostock. Wenn nicht direkt nach Ausbildungsende, zieht es sie häufig in der Altersgruppe zwischen 30 und 44 wieder aus Rostock weg. Insbesondere junge Familien suchen aufgrund des teuren und knappen Wohnraums im direkten Umland ein neues Zuhause. Dabei stellt für knapp die Hälfte von ihnen der Landkreis Rostock ein beliebtes Ziel dar, wo Wohneigentum häufig noch vorhanden und vor allem zu günstigen Preisen zu erstehen ist. Besonders bedauerlich an dieser Statistik ist, dass knapp jede Dritte der weggezogenen Familien bei entsprechenden Angeboten gerne in Rostock geblieben wäre.

Stadt der Urlauber und Kreuzfahrer
Als Reiseziel sind Rostock und sein Ostseebad Warnemünde so beliebt wie nie zuvor. Im vergangenen Jahr stieg die Anzahl der Übernachtungen erstmals über 2 Millionen und erreichte mit 2.139.097 einen neuen Höchststand. Der Rekordsommer und die vielen Feierlichkeiten rund um den 800. Stadtgeburtstag mögen dabei eine entscheidende Rolle gespielt haben. Doch bereits in den Vorjahren konnte die Hansestadt stetig steigende Zahlen verzeichnen. Über 90 Prozent der Besucher kommen aus Deutschland. Bei ausländischen Gästen ist Rostock besonders bei den Schweden, Schweizern und Dänen beliebt. Durchschnittlich blieben die Urlauber für 2,6 Tage was einem verlängerten Wochenende entspricht.

Beliebt ist Rostock nach wie vor auch bei den zahlreichen Kreuzfahrern. 2018 wurde mit 206 Anläufen von insgesamt 45 verschiedenen Kreuzfahrtschiffen ein neuer Rekord aufgestellt. In diesem Jahr blieben die Zahlen lediglich etwas hinter dem Rekord zurück. Im Laufe des Jahres erwarten Warnemünde und den Überseehafen 199 Anläufe von 41 verschiedenen Schiffen.

Stadt der Wissenschaft und Forschung
Mit ihrer Gründung im Jahr 1419 ist die Universität Rostock die älteste Universität im gesamten Ostseeraum. Zusätzlich sorgen die Hochschule für Musik und Theater sowie die Hochschule Wismar mit ihrer Außenstelle im Seebad Warnemünde für ein breites Bildungsangebot. Im Jahr 2017 verzeichnete die Stadt 71 Studenten auf 1.000 Einwohner, was einer Gesamtzahl von 14.709 Personen entspricht. Für ausländische Studenten wird Rostock zunehmend attraktiver. Seit dem Tiefststand im Jahr 2008 von 6,3 % hat sich ihr Anteil mit 12,4 % bereits verdoppelt.

Zudem ist die Universität Rostock einer der größten Arbeitgeber der Stadt und sorgt zusammen mit der Hochschule für Musik und Theater für attraktive Beschäftigungsmöglichkeiten vor allem für hochqualifizierte Fachkräfte. Seit 2000 sind die Beschäftigtenzahlen der Rostocker Hochschulen leicht angestiegen. Im Jahr 2017 waren je 1.000 Einwohner jeweils 43 Frauen und 30 Männer an einer Rostocker Hochschule beschäftigt, dies entspricht insgesamt 7.643 Beschäftigten.

Stadt der Wirtschaft
Die Hanse- und Universitätsstadt Rostock bildet nicht nur das bedeutendste Wirtschaftszentrum Mecklenburg-Vorpommerns, sondern fungiert zudem als Tor zu den benachbarten Märkten Skandinaviens, Polens und des Baltikums. Der Wirtschaftsstandort Rostock sorgt für eine positiv anhaltende Beschäftigungsdynamik. Die Arbeitslosenquote wies im Jahr 2017 einen Tiefststand von 8,7 % auf. Im selben Jahr waren allerdings 32 % der Arbeitslosen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. Als Werft-, Reederei- und Marinestandort gewinnt Rostock zunehmend an Attraktivität. Steigende Umschlagsmengen unterstreichen die Bedeutung der Stadt als Pfeiler der bundesweiten maritimen Wirtschaft. So konnten die Umschlagmengen seit dem Jahr 2001 gesteigert werden, bis zu einem Wert von 20,42 Millionen Tonnen im Jahr 2017. Außerdem ist eine Steigerung der Bruttowertschöpfung zu vermerken. Diese stieg von 22.229 Euro je Einwohner im Jahr 2000 auf 31.423 Euro je Einwohner im Jahr 2016.

Stadt des Klimaschutzes
Die Hanse- und Universitätsstadt Rostock hat mit der einwohnerbezogenen Senkung des CO2 -Ausstoßes im Jahr 2010 um 50 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 einen wichtigen Zielpunkt auf dem Weg zu einem dauerhaften Klimaschutz erreicht. Bis 2030 wird eine weitere Reduzierung um 40 Prozent gegenüber 2010 angestrebt. Das entspricht einer CO2 -Emission von 2,6 Tonnen je Einwohner und Jahr. Der Ausstoß von CO2 von 2010 bis 2017 konnte bereits von 4.173 Kilogramm auf 3.579 Kilogramm gesenkt werden. Dies entspricht einer Reduktion von etwa 14 Prozent.

Der Stromverbrauch privater Haushalte ist ein Indikator für den Ausrüstungsstandard, die Effizienz und den nutzungsangepassten Einsatz elektrischer Geräte eines Haushalts. Seit 2010 ist der Stromverbrauch wieder rückläufig und konnte bis 2017 um 82 kWh pro Person gesenkt werden.