Rostock feiert auf dem Weg zum Bachfest den 334. Geburtstag von Johann Sebastian Bach

Der 334. Geburtstag von Johann Sebastian Bach darf auch im Jahr des Rostocker Bachfestes nicht vergessen werden.

Deshalb gedenkt der Bachverein Rostock e.V., dessen Aufgabe die Pflege des Bachschen musikalischen Erbes ist und der das diesjährige 94. Bachfest der Neuen Bachgesellschaft organisiert, am 21. März 2019 mit zwei Veranstaltungen des Geburtstages des großen Komponisten und Musikers.

Nach 2018 nehmen die Organisatoren in Rostock auch in diesem Jahr die aus New York stammende Idee auf, Bachmusik in der Öffentlichkeit und für ein breites Publikum zu spielen – und das in einem Format, an dem sich jeder, der Zeit und Freude am Musizieren hat, beteiligen kann. Weltweit wird dann zu Bachs Geburtstag unter dem Motto „Bach in the subways“ in U- Bahnhöfen, in Einkaufszentren und auf öffentlichen Plätzen klassische Musik von Laien und Profis gespielt.

„Wir sind in diesem Jahr wieder im Rostocker Einkaufszentrum KTC, lassen dort einen Flügel aufstellen und laden zum Musizieren ein.“ sagt Birger Birkholz vom Bachverein Rostock e.V. Zum 333. Bachgeburtstag im vergangenen Jahr gab es die Premiere für diese besondere Aktion in Rostock. Und: „Es war ein voller Erfolg, sieben Stunden spielten Alt und Jung durchgängig klassische Musik inmitten des Geschäftstrubels.“ so Birkholz weiter. Viele Passanten blieben stehen, lauschten, hielten inne und applaudierten.

Ab sofort kann man sich unter der website www.bachverein-rostock.de für die geplanten Zeitblöcke von 11 Uhr – 18 Uhr eintragen. „Wir freuen uns über jeden Beitrag.“ lädt Birkholz ein.

 

Abends, am 21. März 2019, lädt der Bachverein Rostock e.V. ab 20 Uhr zu einem Festvortrag mit Orgelmusik in die Rostocker Univeritäts-Kirche ein. Unter dem Titel „Der junge Bach in Norddeutschland“ referiert der Intendant des Leipziger Bachfestes, PD Dr. Michael Maul. Thematisch passend spielt Prof. Markus J. Langer, Künstlerischer Leiter des Rostocker Bachfestes und Kantor an der Rostocker St.-Johannis-Gemeinde, Werke von Bach, Buxtehude und anderen an der Orgel.

PD Dr. habil Michael Maul ist Senior Scholar am Bach-Archiv und Lehrbeauftragter an den Universitäten Leipzig und Halle, seit 2015 Programmchef des Bachfestes der Stadt Leipzig, seit Mai 2018 Intendant des Bachfestes.
Gastprofessuren führten ihn in den letzten Jahren an die Johns Hopkins University Baltimore und die Westfälische Wilhelms-Universität Münster. Er ist Mitglied im Vorstand der Neuen Bachgesellschaft und von Bach Network. Maul ist Autor von drei preisgekrönten Büchern und circa 70 Aufsätzen um und über J.S. Bach und hat auf Deutschlandfunk Kultur eine Sendereihe über Bach („Universum JSB“).
Schlagzeilen machte Maul als Bachforscher u.a. mit den Entdeckungen der ältesten erhaltenen deutschsprachigen Oper (Johann Sebastiani, Pastorello musicale, Königsberg 1663), der unbekannten Bach-Arie »Alles mit Gott und nichts ohn’ ihn« BWV 1127 (im Jahr 2005) und der frühesten Notenhandschriften Bachs: 2006 stieß Maul in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar auf die zuvor unbekannten frühesten erhaltenen Notenhandschriften Johann Sebastian Bachs, die sogenannte Weimarer Orgeltabulatur mit einer Abschrift der „An Wasserflüssen Babylon“ von Johann Adam Reincken. „Diese große Choralfantasie wird zu Bachs Geburtstag in der Rostocker Universitätskirche erklingen“, kündigt Markus J. Langer an „Auch Werke von Buxtehude und Bruhns, zwei norddeutschen Meistern, die Bach ebenfalls sehr beeinflussten, werden an der Orgel erklingen. Gerahmt wird die Veranstaltung zum Bachgeburtstag mit zwei Werken des jungen und des reifen Bachs.“ so Markus Langer weiter.

Zwischen den Musikbeiträgen informiert Dr. Maul über Bachs Vorbilder Bruhns, Buxtehude und Reincken in Norddeutschland.

Karten für die Abendveranstaltung gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen und unter www.mvticket.de sowie an der Abendkasse.