Isa und Loke – wieder Leben im modernisierten Luchsgehege

Tierpflegerinnen gaben dem Weibchen den Namen Isa

Bereits seit 1964 gehören Luchse zu den Bewohnern im Zoo Rostock. Als vor einem Jahr die 22-jährige Luchsdame Candy verstarb, wurde das zum Anlass genommen, das Luchsrevier umfassend zu modernisieren. Wer aufmerksam am Gehege vorbeigeht, kann mit Glück den noch scheuen Neuzugang aus dem Wiener Tiergarten Schönbrunn entdecken. Im September kommt aus dem schwedischen Orsa auch noch ein Männchen.

„Wir sind sehr glücklich, mit den Luchsen wieder diese geschützte heimische Tierart zeigen und auf deren Gefährdung aufmerksam machen zu können“, betonte Zookuratorin Antje Angeli.

 

Mehr Platz in einer natürlichen Umgebung
Die Luchsanlage befindet sich im historischen Teil des Zoos in unmittelbarer Nähe zum Tunneldurchgang, angrenzend an den Rhododendronhain. Die Kosten der Modernisierung durch regionale Firmen belaufen sich auf rund 120.000 Euro. Die Anlage wurde von 420 auf 590 Quadratmeter vergrößert. Den Luchsen steht jetzt nicht nur mehr Platz zur Verfügung, sondern auch weitere Klettermöglichkeiten und eine größere Auswahl an Liegeplätzen. „Wir haben das Gehege vollständig überarbeitet und dabei darauf geachtet, dass der Waldcharakter erhalten bleibt“, so die Kuratorin. „Eine natürliche Vegetation bietet den Luchsen Deckung und stellt gleichzeitig eine Bereicherung ihrer Umwelt dar. Es gibt ausreichend Ausweich- und Rückzugsorte.“ Darüber hinaus wurde auch der Stall mit sechs Boxen und einer Wurfbox erneuert.

Größte europäische Raubkatze war schon fast ausgerottet
Die beiden neuen Rostocker Wildkatzen sind Eurasische Luchse, eine in Europa und Asien verbreitete Art der Luchse. Das Luchsweibchen kam am 4. August noch namenlos in den Zoo Rostock und erkundet inzwischen vorsichtig ihr neues Revier. Das inzwischen von den Tierpflegerinnen auf den Namen Isa getaufte Weibchen wurde am 5. Mai 2018 im Wiener Tiergarten Schönbrunn geboren. In Kürze wird ihr Partner Loke aus dem schwedischen Zoo Orsa in Rostock erwartet. Loke kam dort am 22. Mai 2019 zur Welt. Der Zoo Rostock beteiligt sich dann am Europäischen Zuchtbuch für Eurasische Luchse.

In Deutschland war der Luchs Mitte des 19. Jahrhunderts ausgerottet worden. Nach 1950 kam es aufgrund von Zuwanderungen aus Osteuropa und gezielten Ansiedlungen und Schutzmaßnahmen wieder zur Erholung und Stabilisierung des Bestandes. Laut Weltnaturschutzunion IUCN gibt es heute weltweit schätzungsweise 70.000 Luchse und etwa 9.000 bis 10.000 Tiere in Europa.
Die dämmerungsaktiven Waldbewohner und Einzelgänger sind vor allem an ihren markanten Pinselohren und ausgeprägtem Backenbart sowie dem rötlich braun gefleckten Fell zu erkennen. Die geschickten Jäger erreichen ungefähr die Größe eines ausgewachsenen Schäferhundes. Während Luchse in der freien Natur vor allem Paarhufer wie Rehe, Wildziegen und sogar Rentiere jagen, steht auf dem Zoospeiseplan hauptsächlich Fleisch von Kaninchen, Hühnern und Nagern, aber auch von Rindern.

Fotos: Zoo Rostock/Carina Braun
Noch etwas scheu zeigt sich das Luchsweibchen Isa bislang für Besucher und Kameras. Aber beide Tiere sind noch sehr jung und sollten nach einer Eingewöhnungszeit künftig öfter zu sehen sein. Für September wird Neuzugang Loke aus Schweden erwartet.