Flughäfen ohne Covidhilfen vom Bund: Flughafen Rostock Laage unterstützt Appell des ADV

Am 6. November lädt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer zu einem Luftverkehrsgipfel. Spitzenvertreter der Luftfahrtbranche und Vertreter der Politik werden sich dort mit den Folgen der Corona-Krise auf die Luftfahrtbranche beschäftigen. Die Pandemie hat in den vergangenen Monaten alle Flughäfen Deutschlands wirtschaftlich stark betroffenen. Die Flughäfen finden sich faktisch seit März 2020 im Lockdown.

Durch die Corona-Pandemie und den daraus resultierenden dramatischen Verkehrseinbruch sind die deutschen Flughafenstandorte unverschuldet in eine existenzbedrohende Krise geraten. Wie die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) kürzlich bekanntgab, summieren sich die Umsatzausfälle der deutschen Verkehrsflughäfen von März bis Ende September dieses Jahres bereits auf über 2 Milliarden Euro, im Vergleich zum Vorjahr wird für das Gesamtjahr 2020 ein Einnahmerückgang von 3,6 Milliarden Euro prognostiziert (6,5 Milliarden in 2019). Derzeit gehen den deutschen Flughäfen täglich Einnahmen in Höhe von 10 Millionen Euro verloren. Verschärfte Quarantäneregelungen sowie erneute staatliche Reisebeschränkungen haben die Lage zuletzt noch weiter verschlechtert: Im Oktober nutzten rund 80 Prozent weniger Passagiere die Flughäfen als im selben Zeitraum des vergangenen Jahres.

Auch der Flughafen Rostock-Laage ist von der Corona-Krise betroffen: Mit dem Lockdown im März wurden von Januar bis Oktober am Flughafen Rostock-Laage 21.769 Passagiere gezählt. Aufgrund der Verlagerung von Linienverkehren zu Werksverkehren und Flügen der Allgemeinen Luftfahrt fanden bis Oktober 5373 zivile Flüge statt, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum 45%. Dieser Trend setzt sich auch im November fort. Daher ist es nicht richtig, dass am Flughafen Rostock-Laage keine Flüge stattfinden. Der Flughafen hat weiterhin geöffnet und wird auch regelmäßig angeflogen.

Bisher keine finanzielle Unterstützung in der Covid Pandemie vom Bund
Die wirtschaftliche Lage vieler deutscher Airports wird dadurch weiter verschärft, dass kommunale Flughäfen keine Corona-Hilfen vom Bund erhalten. Für diese kommen ausschließlich private Flughäfen oder solche mit Bundesbeteiligung in Frage. Darüber hinaus gibt es für Regionalairports keine Erstattung der Vorhaltekosten. Diese entstehen dadurch, dass die Verkehrsflughäfen für Notfalleinsätze, medizinische oder Versorgungsflüge betriebsbereit gehalten werden sollen und aufgrund hoher gesetzlicher Auflagen entsprechend Personal einsetzen müssen.

„Alle Flughäfen waren betriebsbereit im Rahmen der öffentlichen Daseinsvorsorge. Bund und Länder sind aufgerufen, die Flughäfen wirksam zu unterstützen. Ein erster wichtiger Schritt wäre die Übernahme der Lockdown-Kosten in Höhe von 740 Millionen Euro“, formuliert ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Breisel daher im Vorfeld des Luftverkehrsgipfels auch die Hauptforderung der Flughäfen an die Politik. Ein Appell, der auch vom Flughafen Rostock-Laage nachdrücklich unterstützt wird.

Neben der Erstattung der Vorhaltekosten in Höhe von 740 Millionen Euro fordern die Flughäfen von Bund unter anderem die Entlastung von hoheitlichen Kosten, etwa bei der Flugsicherung an kleineren Flughäfen, die bei großen Airports vom Bund gezahlt werden nicht aber bei Regionalairports, eine Stabilisierung der Luftsicherheitsgebühren, die Erhaltung der dezentralen Luftverkehrsinfrastruktur, denn ohne Reisende von Regionalflughäfen zu den großen Hubs werden die Langstreckenflüge nicht gefüllt und damit unwirtschaftlich.

Gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung der Flughäfen
Die große Bedeutung von Regionalflughäfen in den jeweiligen Regionen ist unbestreitbar. Abgesehen davon, dass sie Reisende zu wichtigen Tourismusdestinationen bringen, erhöhen sie die Mobilität, sie sind entscheidende Standortfaktoren für die Ansiedlung international tätiger Unternehmen und sichern somit den Ausbau inländischer Wirtschaftszentren. Zudem ist die regionalökonomische Bedeutung von Flughäfen vielen Menschen nicht bewusst. Der Flughafen Rostock-Laage erwirtschaftet jährlich 4,7 Mio € an Steuern und Abgaben für Stadt, Landkreis, Land und Bund. Dazu kommen die Aufträge, die jährlich vom Flughafen an die regionale Wirtschaft vergeben werden – vom Elektromeister bis zu Tiefbaufirmen.

„Wir leben in einer international vernetzten Welt in der Luftverkehr und Flughäfen ein wichtiger Garant für die Ansiedlung hochwertiger Arbeitsplätze sind. Mobilität, auch im Luftverkehr, muss gewährleistet sein, um schnell lange Distanzen zurückzulegen. Luftverkehr ist wichtig für die Wirtschaft und die Menschen. Denn Reisen vermittelt interkulturelle Kompetenz, die in einer globalen Welt, die immer mehr auseinanderdriftet, dringend benötigt wird. Daher unterstützen wir den Appell der Luftverkehrsverbände im Bund und wünschen den Akteuren gutes Gelingen.“ sagt Dörthe Hausmann Geschäftsführerin Flughafen Rostock-Laage.